Bei „Handwerk trifft“ der Handwerkskammer Frankfurt sprechen Publizist Michel Friedman und Kriegsreporterin Kathrin Eigendorf. Es geht darum, objektiv über Kriege zu berichten.
Till Geginat /
Die Bilder sind im Wandel. Das ist eine triviale Feststellung und doch gewinnt sie in den Krisen und Kriegen dieser Tage eine neue Wendung – nicht zuletzt durch den allmählichen Aufstieg der Künstlichen Intelligenz und ihrer Auswirkungen auf das Welt- und Nachrichtengeschehen. „Im Krieg stirbt die Wahrheit zuerst“, lautet ein berüchtigter Aphorismus und davon konnten und können wir uns bei den Meldungen über die Ukraine oder Israel jeden Tag aufs Neue überzeugen.
In Zeiten von Fake News, Desinformation und manipulierten Bildern haben es die etablierten kritischen und informativen Medien deshalb besonders schwer, Krisengeschehen möglichst objektiv abzubilden und zu vermitteln. Genau darum soll es in der neuesten Ausgabe des Gesprächsformates „Handwerk trifft“ der Handelskammer Frankfurt-Rhein-Main gehen.
Friedman und Eigendorf bei „Handwerk trifft“ über Kriegsberichterstattung
Am 13. Dezember trifft die Handwerkskammer Journalistin und ZDF-Korrespondentin Katrin Eigendorf. Die Krisenreporterin berichtete 2021 aus Afghanistan über die Rückkehr der Taliban, 2022 aus den Kriegsgebieten in der Ukraine und zuletzt 2023 in Israel über den Angriff der Hamas. Im Dezember vergangenen Jahres wurde sie für ihre Leistung mit dem Preis „Journalistin des Jahres 2022“ vom Medium Magazin ausgezeichnet.
Auf der Bühne wird sie unter der Moderation von Publizist Michel Friedman über ihre Erfahrungen als Reporterin in Kriegsgebieten sprechen. Wie geht sie als Journalistin mit den Herausforderungen vor Ort um, wie mit der Bedrohung des eigenen Lebens? Wie lassen sich Wahrheit und Lüge in von Krisen betroffenen Gebieten unterscheiden – und ist das überhaupt möglich? Fragen dieser Art werden an dem Abend behandelt. Die Reihe orientiert sich mit seiner Expertin nahtlos an den bisherigen Ausgaben des Formates.
Frühere Bühnengäste von „Handwerk trifft“ waren der Zeit-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, der ehemalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU), die deutsch-iranische Aktivistin und Grimme-Preisträgerin Enissa Amani sowie der hessische Ministerpräsident Boris Rhein (CDU). Das Gesprächsformat wurde 2020 von der Handwerkskammer ins Leben gerufen, um eine Brücke zwischen dem Handwerk und Persönlichkeiten aus Gesellschaft, Politik, Wirtschaft und Kultur zu schlagen. In der Veranstaltungsreihe sollen relevante Gespräche über aktuelle Entwicklungen geführt werden, die die Gesellschaft und die Wirtschaft von morgen prägen.
Info Die Diskussion mit Eigendorf findet am Westhafen Pier 1, Rotfeder-Ring 1, am 13. Dezember von 18 bis circa 20 Uhr statt. Der Eintritt ist frei, Anmeldung hier erforderlich.