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Frankfurter Frauenfußball unter einem Dach

1.FFC Frankfurt und die Eintracht planen Fusion

Der erfolgreichste Club im deutschen Frauenfußball macht künftig gemeinsame Sache mit Eintracht Frankfurt. Das gaben die beiden Vereine am Donnerstag bekannt. Ab 2020 sollen die Profis im Eintracht-Trikot in der Frauen-Bundesliga antreten.
Bereits im Spätsommer 2018 sprach FFC-Manager Siegfried Dietrich (Bild) in der Öffentlichkeit über eine mögliche Fusion der beiden Fußballclubs, nun nimmt die Idee konkrete Formen an. Wie die Eintracht am Donnerstag mitteilte, haben die Gremien der Eintracht Frankfurt Fußball AG einem Zusammenschluss der beiden Vereine zugestimmt. Zur Saison 2020/2021 soll das Profiteam für die SGE in der Frauen-Bundesliga antreten und dafür die Lizenz des 1. FFC Frankfurt nutzen. „Als eines der ersten Mitglieder des FFC freut mich diese Entscheidung ungemein“, sagt Eintracht-Sportvorstand Fredi Bobic, der seine Position künftig auch für das Profiteam der Frauen übernehmen soll. „Es ist nicht zuletzt auch ein tolles Zeichen für den Frauenfußballstandort Frankfurt, den wir als Eintracht auf diese Weise gezielt weiterentwickeln möchten“, sagt er. „Der 1. FFC Frankfurt ist außerordentlich glücklich, dass sich die Verantwortlichen von Eintracht Frankfurt mit ihren Gremien dafür entschieden haben, einen gemeinsamen Weg unter einem Dach realisieren zu wollen“, sagte Dietrich, der sich in einer Übergangsphase auch bei der Eintracht um die sportlichen Belange des Frauenteams kümmern soll.

Professionalisierung im Frauenfußball
Die geplante Fusion passt zu einem Trend, der seit einigen Jahren im Frauenfußball herrscht. Waren es vor zwei Jahrzehnten noch die reinen Frauen-Fußballclubs aus Frankfurt und Potsdam, die die Bundesliga prägten, sind sie mittlerweile in der Minderheit. Sieben der zwölf Teams aus der ersten Bundesliga treten für einen Verein an, der aus dem Männerfußball bekannt ist – mit Erfolg. Seit 2013 heißt der deutsche Meister bei den Frauen entweder VfL Wolfsburg oder FC Bayern München. Auch international setzen immer mehr renommierte Clubs wie der FC Barcelona, Paris St. Germain und FC Chelsea auch auf Frauenmannschaften – und nutzen dabei die professionellen und wirtschaftlichen Voraussetzungen ihrer etablierten Marken.

Nachwuchs statt Nationalspielerinnen
Der 1.FFC Frankfurt als erfolgreichster Frauenfußballclub des Landes drohte in den vergangenen Jahren zunehmend den Anschluss an die nationalen und internationalen Topteams zu verlieren, die vergangene Bundesliga-Saison endete auf Platz fünf. Die vorerst letzte deutsche Meisterschaft gewannen die Hessen 2008, vor vier Jahren feierten sie mit dem Sieg im Champions League-Finale ihren letzten großen Triumph. Die Zeiten, in denen FFC-Spielerinnen wie Birgit Prinz, Renate Lingor und Saskia Bartusiak Bundesliga und Nationalmannschaft prägten, sind vorbei, Deutschlands Spitzenspielerinnen sind mittlerweile bei anderen Vereinen unter Vertrag. Die Frankfurter setzen stattdessen auf die Ausbildung von Nachwuchsspielerinnen. Bei der aktuell ausgetragenen Fußball-Weltmeisterschaft in Frankreich steht keine einzige Frankfurterin im deutschen Kader – zum ersten Mal in der 28-jährigen Historie des Wettbewerbs.

„Es kommt zusammen, was zusammengehört“
Mit dem Zusammenschluss unter dem Dach der Eintracht wollen die Verantwortlichen beider Clubs den Frauenfußball in Frankfurt stärken, um in Zukunft weiter wettbewerbsfähig sein zu können. „Mit dem angedachten Zusammenschluss liegen beide Vereine nicht nur im Trend der Zeit, sondern sie nutzen konsequent den Standort Frankfurt-Rhein-Main, an dem der deutsche und europäische Frauenfußball in den letzten 20 Jahren Geschichte geschrieben hat“, sagte Dietrich, der auf eine beeindruckende Bilanz seines Vereins zurückschauen kann: Sieben deutsche Meistertitel, neun Pokalsiege und vier Champions League-Titel hat der 1. FFC Frankfurt seit der Gründung 1998 gewonnen. „Der 1. FFC ist einer der erfolgreichsten Frauenfußball-Vereine in Deutschland. Durch die Fusion mit unserer erfolgreichen Eintracht kommt also zusammen was zusammengehört!", sagte Oberbürgermeister Peter Feldmann (SPD) zu den Plänen. Damit die Fußballerinnen ab 2020 tatsächlich mit dem Adler auf der Brust spielen können, wollen die beiden Vereine in den kommenden Monaten die finalen „rechtlichen, strukturellen und nicht zuletzt auch die sportlichen Voraussetzungen“ schaffen.

Mehr über Frauenfußball in Frankfurt lesen Sie auch in unserem Interview mit 1. FFC-Frankfurt-Manager Siegfried Dietrich im aktuellen JOURNAL FRANKFURT (Ausgabe 07/2019).
 
Fotogalerie:
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28. Juni 2019, 10.30 Uhr
Nicole Nadine Seliger
 
 
 
 
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