Der Shortlistabend zum „Wortmeldungen“-Literaturpreis der Crespo Foundation verspricht überraschende Perspektiven und frische Stimmen. Er findet am 7. Februar im Literaturhaus Frankfurt statt.
Christoph Schröder /
Der „Wortmeldungen“-Literaturpreis, den die Crespo Foundation seit dem Jahr 2018 vergibt, gehört mit einem Preisgeld von 35 000 Euro zu den höchst dotierten Literaturauszeichnungen in Deutschland. Prämiert werden, so heißt es in der Ausschreibung, „exzellente literarische Positionen, die sich mit aktuellen gesellschaftlichen Themen auseinandersetzen“.
Dadurch werde „nicht nur auf eine Förderung kritischer Stimmen, sondern auch auf eine Erweiterung des öffentlichen Diskurses abgezielt“. Im vergangenen Jahr konnte die Schriftstellerin Judith Schalansky mit ihrem Text „Schwankende Kanaren“ die Jury überzeugen; nun steht die Shortlist für den diesjährigen Preis.
Gerade bei einem Preis, der dezidiert gesellschaftliche Positionen beschreiben will, sind neue Perspektiven keineswegs hinderlich
Die nominierten Autorinnen und Autoren werden ihre Kurztexte fast schon traditionsgemäß am langen Shortlistabend im Literaturhaus vorstellen. Der prominenteste Autor dürfte Frank Witzel sein: Der in Offenbach lebende Schriftsteller gewann bereits 2015 den Deutschen Buchpreis.
Neben Witzel sind die Österreicherin Elena Messner, die in Gießen geborene Nilufar Karkhiran Khozani, die kroatischstämmige Autorin Dragica Rajčić Holzner sowie der Schriftsteller Konrad H. Roenne nominiert. Das sind von ihrem Bekanntheitsgrad her vielleicht nicht Namen, wie man sie aus den vergangenen Jahren kennt, aber das muss beileibe kein Nachteil sein: Gerade bei einem Preis, der dezidiert gesellschaftliche Positionen beschreiben will, sind neue Perspektiven keineswegs hinderlich.
Christoph Schröder studierte in Mainz Germanistik, Komparatistik und Philosophie. Seine Interessensschwerpunkte liegen auf der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur und dem Literaturbetrieb. Er ist Dozent für Literaturkritik an der Goethe-Universität Frankfurt.