Ralf Weber muss sich in Acht nehmen. Omid Nouripour bietet sich als Eintracht-Scout an. Und ist in Afghanistan fündig geworden. Zwar vorerst nur für die zweite Mannschaft, dafür aber ablösefrei.
Omid Nouripour /
Eins zu eins. Die Weißen haben geführt, doch die Roten haben noch in der ersten Halbzeit ausgegelichen. Die Stimmung auf den Rängen war ausgelassen. Die zweite Hälfte war nur noch Gegurke, es blieb bei einem Remis, die Fans ließen sich das Feiern nicht nehmen. Die Roten blieben ungeschlagen vorne. Dies war nicht mein Wunsch-Ablauf des Eintracht-Spiels in Gladbach, sondern der tatsächliche des Spiels, das ich am 3. Oktober in Kabul sehen durfte. Der dritte Spieltag des „Afghan Premiere League“ (www.afghanpremierleague.com) brachte das Spitzenspiel der ersten Gruppe mit sich. De Maiwand Atalan (aus Kandahar) hielt sich gegen De Spinghar Bazan (aus Djalalabad) schadlos.
Es gibt so unglaublich viel zu erzählen über diese erste nationale Fußballmeisterschaft in der Geschichte Afghanistans. Über das monate lange Casting der Spieler, über die poetischen Namen der Mannschaften, über die Bedrohungslage. Bei drei Details will ich es hier belassen: Die glücklichen Gesichter der Fans, die Tatsache, daß vor dem Finale zwei Frauenmannschaften gegeneinander spielen werden und die Lage des Stadions. Dieses ist direkt hinter dem weltbekannten Ghazni-Stadion gebaut worden, in dem die Taliban in den 90er Jahren ihre Massenhinrichtungen begingen. Und nun wird hier wieder Fußball gespielt, und tausende feiern vielleicht mehr diese Tatsache als die eigene Mannschaft.
Ich habe natürlich auch die Spiele für unsere Eintracht gescoutet. Der Zwölfer von den Kandaharis wäre vielleicht gut genug für das rechte Mittelfeld unserer derzeit krisenbehafteten zweite Mannschaft. Vermittlungsgebühr- und ablösefrei!
Erst aber kommt „Aufbaugegner“ Hannover. Die können gar nicht so mauern, wie es die Gladbacher getan haben. Das heißt, wir können unser Spiel runterspülen. Auf geht’s Eintracht, schieß ein Toooor....