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Nach den Wahlen kommen die Zahlen

Wo die meisten AfD-Wähler in Frankfurt herkommen

Während über die künftige Stadtregierung noch verhandelt wird, hat Stadtrat Jan Schneider (CDU) am Mittwoch eine statistische Analyse der Kommunalwahl vorgelegt – mit Erkenntnissen zu AfD-Fans, Brief- und Nichtwählern.
502.107 Wahlberechtigte hatten am 6. März die Möglichkeit, die Geschicke der Stadt mitzubestimmen. Doch Kommunalwahlen sind in Frankfurt nicht so der Renner: Nur 39 Prozent nutzen ihr demokratisches Recht – ein Allzeittief. Stadtrat Jan Schneider (CDU) hält die Wahlmethode – Sie wissen schon, Panaschieren und Kumulieren – nicht für den Grund der niedrigen Wahlbeteiligung, vielmehr sei es mangelndes Interesse. Interessant aber ist die Entwicklung: 1993 konnten knapp 70 Prozent der wahlberechtigten Bürger zur Urne bewegt werden, seit 2001, wo man seine Stimmen nach Lust und Laune verteilen konnte, und immerhin noch 46 Prozent ihre Kreuzchen machten, sinkt die Beteiligung stetig. 2006 wählten 40,4 Prozent. Es waren also in diesem Jahr 195.770 Wähler aktiv, aber nur 187.578 davon gaben einen gültigen Stimmzettel ab. Es ist aber auch ein Kreuz! Man könnte meinen, dass die Abgabe eines ungültigen Stimmzettels eine Art Protestwahl sei. Doch Jan Schneider erklärt: „Die Zahl der ungültigen Stimmzettel ist weniger geworden. 2011 waren 5,2 Prozent der Zettel ungültig, 2016 waren es nur 4,2 Prozent.“ Zweidrittel der Wähler haben sich für die simple Stimmabgabe entschieden, 36,5 Prozent veränderten den Stimmzettel nach Gusto. „Die Wähler haben ihre Möglichkeiten stärker genutzt, ganz offenbar sind die Wähler nicht mit dem System überfordert“, sagt Schneider. Briefwähler hätten die Ruhe daheim verstärkt zum Panaschieren und Kumulieren genutzt.

Die AfD-Wähler, die unbekannten Wesen
Eine genaue Analyse der Parteiabwanderung und der Altersstruktur der Wähler steht noch aus. Fest steht aber schon, dass die AfD-Wähler es mit ihrem Denkzettel einfach gehandhabt haben: 75,6 Prozent machten nur ein Listenkreuz. Bei der Partei ELF wurde hingegen am meisten kumuliert und panaschiert, nur 20 Prozent ihrer Wähler gingen am Sonntag zur Urne. Auch bei den CDU- und FDP-Anhängern scheint die Briefwahl sehr beliebt zu sein. Vor allem der CDU scheint es gelungen zu sein, Wähler zu aktivieren. In der 18 Wahlbezirken, die als CDU-Hochburg gelten, wo die CDU also in mehreren Wahlen glänzen konnte, sei die Wahlbeteiligung laut Schneider mit 52,9 Prozent besonders hoch ausgefallen, wobei auf die CDU um die 36,9 Prozent entfielen und 10,2 Prozent auf die AfD. Im Gallus, in der Grimm-Schule, habe die AfD mit 23,1 Prozent das mit Abstand stärkste Ergebnis erreicht, in der Goldsteinschule in Schwanheim seien es 22,7 Prozent gewesen, im Riederwald 22,4 Prozent und im Gallus, in der internationalen Kita 21,3 Prozent. „Das sind Wahlbezirke, in denen meistens die SPD vorne lag“, sagt Schneider.

Federn hätten die Grünen gelassen, die 2011 im Schatten von Fukoshima in sieben Wahlbezirken stärkste Kraft gewesen seien und in diesem Jahr nur in einem.

Die logistische Herausforderung
Während der Wähler hauptsächlich mit dem großen Wahlzettel auseinandersetzen musste – für manche anscheinend schwierig genug – war die Logistik für die Mitarbeiter der Stadt die größte Herausforderung. „Es gab eine große Menge an Material, das zu bewegen war“, sagt Jan Schneider. So galt es 950 Wahlurnen, 40 Europaletten mit Stimmzetteln, 3000 dokumentenechte Stifte, 2000 Wahlraumschilder und 18 Paletten Sichtblenden auf die Wahllokale zu verteilen und anschließend wieder einzusammeln. Schneider habe am Wahlsonntag ein Dutzend Wahllokale besucht, um nach dem Rechten zu sehen. Letztlich waren 4000 ehrenamtliche Wahlhelfer im Einsatz und 1700 städtische Mitarbeiter, die am Montag nach der Wahl an 14 Standorten Stimmen auswerteten. Zuvor hatten 25 LKW 754 Urnen aus 377 Wahllokalen dahingefahren.

50.000 Wähler hätten vom Angebot der Briefwahl Gebrauch gemacht, was dazu führte, dass 980 Ehrenamtliche in der Messehalle 10 auf einer 10.000 Quadratmeter großen Fläche an Tischen, die zusammen einen Kilometer lang waren, die Stimmen auszählten.

Aber nicht nur die Mitarbeiter liefen heiß, auch der Server, 68 000 Nutzer wollten am Wahlabend auf wahlen.frankfurt.de nachsehen, wie die Kommunalwahl ausgegangen ist. Eine höhere Nachfrage als erwartet.
 
Fotogalerie:
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16. März 2016, 18.58 Uhr
Nicole Brevoord
 
 
 
 
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