Die ABG hat die Mieten für Sozialwohnungen um bis zu zehn Prozent erhöht. Mehrere Initiativen halten das für unzumutbar und kündigen eine Demonstration vor dem Römer an.
Ein Bündnis aus vor allem Mieterschutzinitiativen kritisiert diese Entscheidung scharf und ruft deshalb zu einer Kundgebung zur Plenarsitzung auf dem Römerberg, am 20. Juli um 15.30 Uhr, auf. „Die jetzt geforderten zehn Prozent sind eine Verdopplung der vorherigen Praxis. Nie wurde öffentlich kommuniziert, dass Mieter*innen in Sozialwohnungen oder Mittelstandswohnungen vom Mietenstopp ausgeschlossen sind“, sagt Phuong Thanh Tran, von der Initiative „Eine Stadt für Alle“.
Kundgebung auf dem Römerberg
Das Bündnis fordert in einer Mitteilung den Aufsichtsrat der ABG, Oberbürgermeister Mike Josef und den Planungsdezernenten Marcus Gwechenberger (beide SPD) dazu auf, die Mieterhöhungen im geförderten Wohnraum zurückzunehmen. Weitere Preissteigerungen neben der Erhöhung der Heizkostenvorauszahlungen um 110 Prozent im Januar seien angesichts der Energiekrise, für viele Mieter nicht zu stemmen.
Laut Jürgen Ehlers von der Nachbarschaftsinitiative NBO, rechtfertige ABG-Chef Frank Junker die Erhöhungen mit einer Anhebung der umlagefähigen Kostenpauschalen im sozialen Wohnungsbau durch das Land Hessen: „Die Erhöhungen der Kostenpauschalen an die Mieter*innen weiterzugeben, war angesichts eines Konzernjahresüberschusses der ABG in von zuletzt 76,6 Mio Euro keine wirtschaftliche Notwendigkeit, sondern eine unsoziale Entscheidung“, sagt Ehlers.
„Kostenersparnisse der umlagefähigen Aufwendungen im mietpreisgebundenen Wohnungsbau in den vergangenen Jahren, etwa die Möglichkeit laufende Kredite der ABG umzuschulden, um von niedrigeren Zinsen zu profitieren, sind in keinem einzigen Fall als Mietsenkungen an die Mieter*innen weitergegeben worden”, so Ehlers weiter.