Institut für vergleichende Irrelevanz

Warten auf die Räumung

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Das Ende des Instituts für vergleichende Irrelevanz kommt näher. Die Hoffnung auf eine Fortführung der Besetzung schwindet bei den Mitgliedern. Wie es nach der Räumung weiter geht, weiß niemand.

Ronja Merkel /

Ist das IvI politisch bereits tot? Diese Frage stellt sich einem automatisch, wenn man das besetzte Gebäude im Kettenhofweg besucht. Ruhig, geradezu ausgestorben wirkt es von außen. Fenster und Türen sind verrammelt, Besuch kommt unangemeldet nicht mehr hinein. Seitdem die Räumung des IvI auch juristisch beschlossene Sache ist, befindet sich nur noch ein kleiner Kern von Besetzern dauerhaft im Gebäude. Der Besitzer des Gebäudes, die Franconofurt, hat die Polizei vor einigen Tagen gebeten, die Räumung durchzusetzen.

Wann es tatsächlich zur Räumung kommt, weiß niemand so genau. Dass es soweit kommt, ist allerdings sicher. Davon sind auch die Mitglieder überzeugt. Eine Demo für danach wird bereits vorbereitet, ab Sonntag sollen auch wieder mehr Menschen im Gebäude sein und auch dort übernachten. Wie sie reagieren, wenn die Polizei plötzlich vor der Tür steht? Ein Aktivist antwortet: „Das wissen wir nicht. Wir werden wohl wieder Barrikaden errichten, alles Weitere wird sich ergeben. Wir sind optimistisch, dass wir geräumt werden.“ Wie es danach weiter gehen soll? „Auch das wissen wir nicht. Der realistischste Lösungsvorschlag war bisher, dass wir Container bekommen. Aber die Universität stellt sich quer.“

Ein anderer Besetzer kündigt an, dass man sich nicht kleinkriegen lassen wolle. „Wenn wir geräumt werden, dann wissen wir auch nicht wie es weiter geht. Dann ist das Projekt möglicherweise gescheitert.“ Mit dem Räumungsbeschluss haben eine ganze Reihe Mitglieder die Hoffnung auf eine Fortführung der Besetzung endgültig aufgegeben. „Wir hoffen natürlich, dass es weiter geht und wir eine Lösung finden. Aber inzwischen denkt man sich auch: Besser ein Ende mit Schrecken, als ein Schrecken ohne Ende.“

Einen mehrseitigen Bericht über das Institut für vergleichende Irrelevanz lesen Sie auch im aktuellen Journal Frankfurt (Ausgabe 6/2013).


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