Das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik will sich nicht mehr auf dem Gelände der Dondorf-Druckerei in Frankfurt-Bockenheim ansiedeln. Das sorgt für einen heftigen Disput unter den Stadtverordneten.
Eine Bürgerin fragte, was die Stadt nun tun werde, damit das Max-Planck-Institut für empirische Ästhetik (MPI) doch noch auf dem Areal der ehemaligen Druckerei bauen würde. Simon Witsch von der SPD entgegnete, dass die Stadt der „falsche Ansprechpartner“ sei und man nur beraten und Genehmigungen erteilen könne. Das wiederum nahm Albrecht Kochsiek (CDU) zum Anlass für Kritik: Die SPD tue so, also sei sie nur Zuschauer, dabei sei SPD-Planungsdezernent Marcus Gwechenberger die zentrale Figur. „Er hat total versagt“, schimpfte Kochsiek, und sei nach den Protesten „eingeknickt“.
Kein Max-Planck-Institut auf Dondorf-Areal: CDU sieht Versagen bei Planungsdezernent
Das MPI sei ein Aushängeschild für die Stadt, sagte er weiter. Die Stadtregierung müsse sich „einmischen“ und nun zumindest alles tun, um ein neues Grundstück zu finden. Gwechenberger wies die Kritik zurück. Er habe von den Stadtverordneten den Auftrag erhalten, die Druckerei zu erhalten. Darauf habe er dem MPI bei der Standortsuche geholfen. Wichtig sei dem Institut ein Ort gewesen, wo sie willkommen seien und wo entsprechende Laufkundschaft für die Forschungstätigkeit gegeben sei.
Er sei mit dem Institut im Gespräch, um doch noch einen geeigneten Standort zu finden. Für die weitere Nutzung wolle er nun auf das Land Hessen zugehen, dem das Grundstück gehört. „Man braucht bei der Stadtplanung einen langen Atem. Wir wollen zu guten Lösungen kommen“, so der Planungsdezernent.
Die anderen Parteien der Römer-Koalition sahen die Schuld für den Ausgang ebenso wenig bei dem Planungsdezernenten. „Wir müssen die Entscheidung des MPI akzeptieren“, sagte Johannes Lauterwald (Die Grünen). Man müsse nun sehen, was das Land vorhabe. Manfred Zieran (Ökolinx) unterstrich, das Ganze nicht nur wirtschaftlich zu betrachten, sondern jetzt die Chance zu nutzen, neue soziokulturelle Räume zu errichten. Das Grundstück sollte die Stadt nun kaufen, forderte er.