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Auch die Gegner organisieren sich
Fragida plant Hallenveranstaltung
Der Frankfurter Ableger der "Patriotischen Europäer gegen die Islamisierung des Abendlandes" (Pegida) plant keinen Schweigemarsch, sondern eine Diskussionsveranstaltung. Derweil formieren sich auch die Gegner.
Wie es sich für einen außerparlamentarischen Zusammenschluss gehört, ist die Größe der Frankfurter Pegida-Gruppe derzeit schwer abzuschätzen. Zwei Facebook-Gruppen haben sich unter dem Namen Fragida gegründet, die eine hat über 2000 Likes, die andere nur etwas über 100. Die größere ist anonym ins Leben gerufen worden und wird seit einigen Wochen nicht mehr gepflegt. Hinter der anderen steht ein fünfköpfiges Orga-Team um Hans-Peter Brill, Mitglied der Alternative für Deutschland. Er sagt am Telefon gleich, dass er natürlich nicht legitimiert sei, für die ganze Bewegung zu sprechen. Und auch, dass er an einigen Forderungen des Dresdner Originals einiges auszusetzen habe. Deswegen sei der Frankfurter Forderungskatalog auch abgewandelt, deswegen plane man in Frankfurt auch keinen Schweigemarsch.
"Mir geht es darum, in den Dialog zu treten", sagt er. Die Sorgen der Menschen, die sich in den Demonstrationen zeitigten, müsse man kontrovers diskutieren, "diesen Menschen muss man auch andere Perspektiven eröffnen", sagt er. Deswegen plane man keinen Spaziergang, plane eine Hallenveranstaltung, "und natürlich haben wir da auch ein Hausrecht, und die Möglichkeit, Menschen die schlicht nur Agitation betreiben, herauszubitten". Den Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU), den würde Herr Brill gerne sehen, bei einer solchen Veranstaltung. "Dann kann er erklären, warum er es Politikern wie Uwe Becker und Jutta Ditfurth hat durchgehen lassen, dass friedlich demonstrierende Menschen im Parlament als Ratten und Nazis bezeichnet werden konnten." Die Resolution des Parlaments zeige ähnlich wie die Neujahrsansprache der Kanzlerin, wie weit die Kluft zwischen Volk und Volksvertretung bereits sei. "Wir müssen da wieder eine Annäherung finden", sagt Hans-Peter Brill.
Auf der anderen Seite organisiert sich der Protest ebenfalls. Annette Ludwig (Die Linke) hat vor Weihnachten eine Facebook-Veranstaltung unter dem Titel "Eine Stadt steht auf! Fragida? Ohne uns!" erstellt, der sich mittlerweile über 12.000 Menschen angeschlossen haben. "Man muss etwas tun", sagt die leitende Angestellte, die im Gespräch immer mal wieder ihr iPhone nach neuen Nachrichten von Mitstreitern absucht. Sie sieht es schon als Erfolg an, dass Fragida nur mehr eine Hallenveranstaltung plant – und keine allmontagliche Demo. "Ich glaube nicht daran, dass selbst die zustande kommen wird", sagt sie. Dafür sei die Gegenbewegung zu stark – und die Stimmung in Frankfurt eine ganz andere als in Dresden. "Die Gegendemonstranten dort, die brauchen wirklich unsere Unterstützung", sagt sie. Dass der Protest in Frankfurt nicht verpuffen soll, da ist sie sich sicher.
Am heutigen Montag wollen sich die Organisatoren treffen, um zu beraten, wie sie mit der No Fragida-Bewegung umgehen. Und auch Hans-Peter Brill und seine Leute haben den 5. Januar auserkoren, über die Zukunft des Frankfurter Pegida-Ablegers zu diskutieren. Für 18.30 Uhr ist eine Gegenveranstaltung am Dom angekündigt. Fortsetzung folgt.
"Mir geht es darum, in den Dialog zu treten", sagt er. Die Sorgen der Menschen, die sich in den Demonstrationen zeitigten, müsse man kontrovers diskutieren, "diesen Menschen muss man auch andere Perspektiven eröffnen", sagt er. Deswegen plane man keinen Spaziergang, plane eine Hallenveranstaltung, "und natürlich haben wir da auch ein Hausrecht, und die Möglichkeit, Menschen die schlicht nur Agitation betreiben, herauszubitten". Den Stadtverordnetenvorsteher Stephan Siegler (CDU), den würde Herr Brill gerne sehen, bei einer solchen Veranstaltung. "Dann kann er erklären, warum er es Politikern wie Uwe Becker und Jutta Ditfurth hat durchgehen lassen, dass friedlich demonstrierende Menschen im Parlament als Ratten und Nazis bezeichnet werden konnten." Die Resolution des Parlaments zeige ähnlich wie die Neujahrsansprache der Kanzlerin, wie weit die Kluft zwischen Volk und Volksvertretung bereits sei. "Wir müssen da wieder eine Annäherung finden", sagt Hans-Peter Brill.
Auf der anderen Seite organisiert sich der Protest ebenfalls. Annette Ludwig (Die Linke) hat vor Weihnachten eine Facebook-Veranstaltung unter dem Titel "Eine Stadt steht auf! Fragida? Ohne uns!" erstellt, der sich mittlerweile über 12.000 Menschen angeschlossen haben. "Man muss etwas tun", sagt die leitende Angestellte, die im Gespräch immer mal wieder ihr iPhone nach neuen Nachrichten von Mitstreitern absucht. Sie sieht es schon als Erfolg an, dass Fragida nur mehr eine Hallenveranstaltung plant – und keine allmontagliche Demo. "Ich glaube nicht daran, dass selbst die zustande kommen wird", sagt sie. Dafür sei die Gegenbewegung zu stark – und die Stimmung in Frankfurt eine ganz andere als in Dresden. "Die Gegendemonstranten dort, die brauchen wirklich unsere Unterstützung", sagt sie. Dass der Protest in Frankfurt nicht verpuffen soll, da ist sie sich sicher.
Am heutigen Montag wollen sich die Organisatoren treffen, um zu beraten, wie sie mit der No Fragida-Bewegung umgehen. Und auch Hans-Peter Brill und seine Leute haben den 5. Januar auserkoren, über die Zukunft des Frankfurter Pegida-Ablegers zu diskutieren. Für 18.30 Uhr ist eine Gegenveranstaltung am Dom angekündigt. Fortsetzung folgt.
5. Januar 2015, 12.30 Uhr
Nils Bremer
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