Der Kreisvorstand der Frankfurter FDP fordert das Ende der „Hexenjagd“ auf Bundesbankvorstand Thilo Sarrazin (Foto). Die Teilentmachtung des unbequemen Expolitikers durch die Bundesbank müsse der Schlusspunkt sein für die wochenlange Kampagne gegen Sarrazin, erklärte der Kreisvorsitzende, Dirk Pfeil, für das Präsidium der Frankfurter FDP.
Pfeil forderte insbesondere die Politiker, aber auch Teile der Medien dazu auf, sich weniger mit dem unkonventionellen Sprachgebrauch von Sarrazin zu beschäftigen als vielmehr mit den inhaltlichen Argumenten, die er vorbringe. Die Reaktionen aus der Bevölkerung zeigten in überwältigender Weise, dass Sarrazin eine weit verbreitete Stimmungslage aufgegriffen und damit den Nerv vieler Bürger getroffen habe. „Der Sprachgebrauch eines Thilo Sarrazin ist deutlich näher bei den Bürgern als die vielen Sprechblasen-Interviews unserer Politiker“, so Pfeil.
Auch der Vorsitzende der Fraktion der Freien Wähler (BFF), Wolfgang Hübner, hatte sich für Sarrazin ausgesprochen. Die Stellungnahmen von FDP und Freien Wählern stoßen bei der Frankfurter Linken hingegen auf "Unverständnis und tiefe Empörung". Sowohl der FDP-Vorsitzende Pfeil und als auch der „Rechtspopulist“ Wolfgang Hübner verteidigten unter dem Deckmäntelchen „Meinungsfreiheit“ die Äußerungen des Bundesbankvorstandes.
„Hübner ist nicht nur latente Fremdenfeindlichkeit und Rassismus zu unterstellen, wenn er Sarrazins Äußerung als angeblich ‚unwiderlegbare Fakten’ bezeichnet, sondern auch noch Frauenfeindlichkeit, weil er der Frankfurter Integrationsdezernentin Eskandari-Grünberg unterstellt, sie ,geize nicht mit weiblichen Reizen’. Wer so argumentiert, greift bewusst vorhandene Vorurteile gegen Frauen in politischen Funktion auf und will sich nicht mit Argumenten auseinandersetzen“, so die migrationspolitische Sprecherin der LINKEN, Yildiz Köremezli-Erkiner. Die Unterstützung der Frankfurter FDP für Sarrazin nennt Köremezli-Erkiner „bezeichnend“: „Man darf gespannt sein, wie die deckungsgleiche Position von FDP und Hübner im Einklang zu bringen sind mit dem neu vorgelegten Integrationskonzept von Eskandari-Grünberg.“