Mit dem einstigen Technoclub U60311 verbinden die einen durchgefeierte Nächte, die anderen menschliche Tragödien. Seit Jahren steht das Gewölbe leer. Wir haben einen seltenen Blick hinein geworfen.
Nicole Brevoord /
Es riecht leicht muffig, wie in einem Keller. Der Staub hat das Inventar mit einer dicken Schicht überzogen. Liegenschaftsdezernent Jan Schneider (CDU) zeigt uns den einst legendären, international bekannten Technoclub, der seit Jahren leer steht.
Wir schreiten die Treppe hinunter in ein düster wirkendes Reich.
Eigentlich wirkt vieles, als hätte man die Räume fluchtartig verlassen. Mit einer Lichterkette wurde behelfsmäßig für die Notbeleuchtung gesorgt.
Es stehen noch Gläser mit Strohhalmen an der Bar, im Kühlschrank lagert eine Buddel Jack Daniels,
die Kasse steht weit offen
in einem Snackautomaten befanden sich wohl noch Süßigkeiten, die von Nagern feinsäuberlich vertilgt worden sind.
Nur noch die aufgeknabberten Plastikhülsen verraten, was hier einst gegen Münzeinwurf erhältlich war.
Im Büro findet man noch Bildschirme und CD-Player. In den Schränken stapeln sich CDs, die „U60311“-Compilations,
die ebenso wie die Fotogalerie an den Wänden an die besseren Zeiten des Technotempels erinnern.
Zuletzt hatte das U60311 eher negative Schlagzeilen generiert, nicht zuletzt durch den Tod eines britischen Clubgastes, der in Folge einer Schlägerei mit den Türstehern auf tragische Weise ums Leben kam.