Denkmalschützer haben die Theater-Doppelanlage, die das Schauspiel und die Oper beherbergt, in Augenschein genommen. Ob sie unter Schutz gestellt wird, ist aber unklar – denn das Unterfangen ist komplex.
Schnell wurden gleich mehrere Ideen diskutiert: Lässt sich das Gebäude im laufenden Betrieb sanieren? Wenn nicht: Wohin weichen die Bühnen aus? Sollte man einen neuen Standort abseits der Innenstadt finden? Sollte man gar das historische Theaterhaus wieder aufbauen, dessen Fassaden sich noch teilweise hinter dem modernen, jetzigen Äußeren verbergen?
Vorausgegangen war eine Inspektion des Gebäudes durch Vertreter des Hochbauamts, einem Hamburger Planungsbüros und eben von Denkmalschützern von Stadt und Land. Am Montag nun fand eine weitere Begehung statt, die Frankfurter Rundschau berichtet, die Entscheidung über den Schutz liege nun beim Land Hessen. Heinz Wionski, Hauptkonservator beim Landesamt für Denkmalpflege, sagt: "Wir sind noch mitten in einem Diskussionsprozess."
Es seien gleich mehrere Aspekte, die es zu prüfen gelte: Der verdeckte Altbau aus der Jahrhundertwende, die Bühnentechnik, die teilweise Neukonzeption des Gebäudes nach dem Brand der Oper im Jahr 1987 und auch die Tatsache, dass sich Fassade und Foyer ebenfalls nicht mehr im Zustand des Baujahres befänden.
1960 hatte das Schauspiel, bis daher fliegend in der Stadt unterwegs, seine feste Spielstätte am heutigen Willy-Brandt-Platz bekommen – bis 1962 wurde die Jugenstil-Fassade der Oper abgetragen oder überbaut, die heute charakteristische Glasfassade entstand. Die Künstler Marc Chagall und Zoltán Kemény steuerten Kunstwerke bei, 1963 wurde die Theater-Doppelanlage eröffnet.
"Entscheidend ist nun zu fragen: Wo ist die Substanz", erklärt Herr Wionski. Das Hamburger Planungsbüro habe den Bestand aufgearbeitet – und nun werde weiter eben diskutiert. Eine Entscheidung liege noch nicht vor – diese würde ohnehin in Absprache mit allen Beteiligten, auch den Bühnen selbst, gefällt.