2500 Gäste feierten am Samstagabend den 30. Sportpresseball in der Alten Oper. Die Gebrüder Klitschko wurden mit dem Titel „Sportler mit Herz“ geehrt. Eiskunstlaufstar Katarina Witt wurde zur „Legende des Sports“.
jlo /
In festlichem Glanz strahlte die Alte Oper am Samstagabend für den 30. Sportpresseball. Zwei rote Teppiche zierten den Eingang. Im Minutentakt fuhren schwarze Limousinen vor. Frauen in schicken Abendroben und Männer in Fracks flanierten über den roten Teppich, ließen im Blitzlichtgewitter feiern. Nacheinander trudelten Stars aus Sport, Politik, Wirtschaft und Showbusiness ein.
Die ehemalige Turnerin Magdalena Breszka genoss sichtlich den Medienrummel. 20 Minuten verweilte sie auf dem Teppich. Drehte sich links, drehte sich rechts, lächelte brav in die Kameras. Besonders ins Auge fielen ihre High Heels – mit Mega-Absatz. „Im Hotelzimmer bin ich schon mehrfach umgeknickt“, sagte die Polin. „Deshalb muss mein Manager stets in meiner Nähe bleiben, um mich aufzufangen, falls ich hinfalle.“ Tanzen fiel dann wohl für den Abend aus. Das wollten sich Norbert Blüm und seine Frau Marita jedoch nicht entgehen lassen. „Spielt, was ihr wollt. Ich tanze immer Walzer“, sagte der ehemalige Bundesminister. Auch Fernsehkoch Mirko Reeh verriet, dass er nur Walzer tanzen könne. Die Idee mit Norbert Blüm im ¾-Takt über die Tanzfläche zu schwofen, fand er jedoch nicht so toll. Doch es gab auch Gäste, die sich eher zu schnellerer Musik drehen wollten. Fraport-Chef Stefan Schulte, der den Sportpresseball als „schönsten Ball Frankfurts“ bezeichnete, verriet: „Von mir aus darf zu fortgeschrittener Stunde gerne Rock’n’Roll gespielt werden. Aber dafür muss ich erst noch warm werden.“ Ob auch ein Bundesinnenminister das Tanzbein schwingt? "Meine Frau hat es geschafft, mich davon zu überzeugen, dass man auf einem Ball tanzen muss", so Hans-Peter Friedrich, Schirmherr des Abends. "Aber bis es läuft, dauert es."
Modedesigner Otto Kern und seine Frau Naomi wären fast zu spät zum großen Dinner gekommen. „Der Flieger hatte Verspätung und die Wege am Frankfurter Flughafen sind viel zu lang“, sagte Naomi Kern, die auch unter die Designer gegangen ist und Abendkleider entwirft. Am hintersten Gate seien sie angekommen. Zwanzig Minuten mussten sie zum Gepäckband laufen. Ob da noch Puste zum Tanzen bleibt? „Klar, auch wenn wir beide keinen begnadeten Tänzer sind. Als in der Schule der Tanzkurs auf dem Plan stand, hat mich meine Mutter in den Schreibmaschinenkurs geschickt. Aber für die Hochzeit haben Otto und ich geübt. Jetzt sind wir ein eingespieltes Team.“
Ein eingespieltes Team sind auch Wladimir und Vitali Klitschko. Und so wurden sie mit dem Titel „Sportler mit Herz“ ausgezeichnet für ihre sportlichen Leistungen und ihr soziales Engagement. Doch an diesem Abend musste Vitali alleine nach Frankfurt reisen. Sein Bruder saß bei Thomas Gottschalk auf der „Wetten, dass“-Couch.
Als erste Frau nach Sportgrößen wie Franz Beckenbauer und Boris Becker wurde Eiskunstlaufstar Katarina Witt zur „Legende des Sports“. „Eine Rede habe ich nicht vorbereitet“, verriet sie. Musste sie aber auch nicht. Denn Moderator Michael Steinbrecher stellte Fragen, Katy Witt antwortete souverän. Und lüftete auch noch ein Geheimnis: Eigentlich wollte sie als Kind immer Sängerin werden. Dann hätte sie auf der Bühne stehen können, bis sie tot umfalle.
Apropos singen: Musikalisches Highlight des Abends war der Auftritt von Gloria Gaynor. Schauspielerin Liz Baffoe outete sich als großen Fan. „‘I will survive‘ ist eines meiner Lieblingslieder. Da werden Erinnerungen aus der Jugend wach.“ Doch die Disco-Queen erntete nicht nur Beifall. Warum auch immer: Gloria Gaynor hielt für einen kurzen Moment einen Schal des 1. FC Kaiserslautern in die Höhe. Das Frankfurter Publikum war alles andere als begeistert. Die Sängerin musste Buh-Rufe einstecken. Doch der Fauxpas war schnell vergessen. Die Gäste feierten fröhlich weiter – bis tief in die Nacht.